gestrandet hinterm horizont, „amour“;
ins dickicht zeit auf ewig eingepflegt,
auf einen weg, den niemand nimmer fuhr,
die weißen segel längst ins nichts verweht.
wo bleib’ ich, wenn das leben ist verrückt
in häfen nicht der liebe, doch verlandet
in wuchernd’ ranken, wildnis aus gestrüpp
und in das nichtmehr ist so dürr verwandelt?
das boot, es wird mich bring’n ans and’re ufer,
wie charon tat, des hades treuer fährmann.
ich rief ihn an, ich war der ängstlich rufer,
nach reihenfolge, fahrplan fragend: wer wann
wird gehen dort hinüber trock’nen fußes,
die lispelnd’ lippen feucht des letzten kusses?
(260710)
Foto: Daniel Krönke

